Das Traumhaus und seine Schattenseite: “Eigentum verpflichtet” und die unendliche Geschichte von den laufenden Kosten

ArchitekturcollageDas eigene Haus – auf dem eigenen Grundstück – ist Lebensqualität pur. Wenn Sie sich entschlossen haben, Ihren Traum von einer solchen Immobilie Wirklichkeit werden zu lassen, dann sollten Sie nicht nur einen genauen Blick auf die Kosten und Nebenkosten zum Zeitpunkt des Erwerbs werfen – sondern vor allem auch “in die Zukunft sehen”, auf die laufenden monatlichen Kosten – beim Kauf einer Bestandsimmobilie ebenso, wie beim Neubau. Eine realistische Einschätzung dieser Kosten für das konkrete Haus sollte auch Entscheidungsgrundlage für den Kauf/das Bauvorhaben sein. Denn das eigene Haus ist nur solange “Lebensqualität pur”, wie die laufenden Kosten vereinbar sind mit dem, was die eigene wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zulässt. Und es ist wichtig, auch die Kosten zu berücksichtigen, die man am liebsten verdrängen/nicht wahrhaben möchte – wohl wissend, dass es sie gibt. Aber eigentlich doch nicht: Weil das Haus doch so schön ist … – und die Berechnung der laufenden Kosten einfach in das Konzept passen muss. Da bleiben dann eben doch die Wartungskosten für die Heizungsanlage ebenso unberücksichtigt, wie die alljährliche Rechnung des Schornsteinfegers. Und an die Gebühreneinzugszentrale, oder die Kosten für die Schneeräumung des Bürgersteiges im Winter denken auch nur Wenige – um nur einige Beispiele zu nennen. Und: Schließlich kann man ja sparen … – ja, aber ganz vermeiden lassen sich viele Kosten nicht. Es ist daher von großer Bedeutung, das Haus in jeder Hinsicht energiesparend auszustatten, oder entsprechend nachzurüsten. Aber auch die (sinnvolle und gegebenfalls ergänzende) Ausstattung mit Anlagen, die alternative Energien nutzbar machen, setzt zunächst die Bereitstellung der erforderlichen Mittel für den Einbau voraus. So, dass Sie dann abwägen müssen, was Ihre konkrete Situation zulässt. Unabhängig davon sollten Sie vor dem Abschluss von jedwedem Versorgungs- /Dauerlieferungsvertrag und anderen Verträgen das Verhältnis von Preis und Leistung genau vergleichen.

… laufende Kosten und Einsparungsmöglichkeiten

Die “ersten Plätze” auf der Liste der laufenden Kosten pro Monat belegen in der Regel die Strom-, Gas- und Wasserbetriebe – nahezu unumgehbar. Das mögliche Abnahmevolumen lässt sich durch online zur Verfügung gestellte Verbrauchsrechner einschätzen und ermöglicht eine Orientierung. Regional schwankende Grundpreise, verschiedene Berechnungsgrundlagen und voneinander abweichende Konditionen hinsichtlich der Vertragsdauer, Zahlungsmodalitäten und Rabattgewährung machen es sinnvoll, direkt vor Ort zu klären, welcher Anbieter die individuell günstigste Leistung erbringt. Hinzu kommt, dass so ermittelte Verbrauchswerte immer einer individuellen Korrektur bedürfen: Wenn der Stromverbrauch auf “Pro-Kopf-Basis/Jahr” errechnet wird und Sie der Berechnungsgrundlage entprechend (Beispiel für einen Anbieter in Darmstadt) mit drei Personen 3900 kwh/Jahr verbrauchen würden – Jahrespreis 1030,00 EUR, monatlich 108,00 Euro – sollten Sie individuelle Bedingungen ergänzend berücksichtigen. Wer zu dritt auf 250 m² wohnt, wird mehr Strom verbrauchen, als derjenige, der – mit gleicher Personenanzahl – auf 100 m² wohnt. Darüber hinaus kann das eigene Nutzungsverhalten deutlich vom vorherigen abweichen – insbesondere dann, wenn man vorher in einer Etagenwohnung gewohnt hat. Denn der Stromverbrauch steigt mit der Beleuchtung von Garten, Zufahrten, Wegen und Nebengelass. Und die Pflanzen im Garten – insbesondere die langersehnte, tiefgrüne Rasenfläche – braucht im trockenen Sommer oft mehr Wasser, als Ihnen lieb sein wird. Oft sind hohe Nachzahlungen die Folge. Für die Bewässerung des Gartens kann – kostenminimierend – der Bau eines eigenen Brunnens, oder auch der Einbau eines separaten Gartenwasserzählers sinnvoll sein (regionale Voraussetzungen/Bedingungen erfragen!) – ebenso, wie ein Regentank oder wenigstens Regentonnen.

Unverzichtbar ist auch die Abfallentsorgung durch das regional tätige Unternehmen. Auch hier ist es wichtig, das “Kleingedruckte” genau zu lesen – abgesehen von hohen Preisunterschieden, die den verschiedenen Behältergrößen und der Frage der Häufigkeit der Abholung folgen, werden unter Umständen auch Aufschläge verlangt, wenn die Abfallbehälter von weiter entfernten, oder schlecht zugänglichen Stellplätzen abgeholt werden müssen. Und auch das Finanzamt hält die Hand auf: Die Grundsteuer wird dort festgesetzt und ist pro Quartal zu entrichten. Grundlage für die Höhe ist der sogenannte Einheitswert. Heizungsanlagen müssen gewartet werden. Viele Firmen bieten Wartungsverträge an, eine gute Sache – Preise sollten auch hier verglichen werden. Der Schornsteinfeger überprüft jedes Jahr einmal die Werte der möglichen Emissionen der Heizungsanlage. Die Gebühreneinzugszentrale möchte ihre Dienste bezahlt haben – auch wenn Sie nur ab und an ein kleines Kofferradio mit in den Garten nehmen … Vogelstimmen dagegen sind vollkommen kostenlos – mit der Nachtigall bis tief in die Nacht hinein. Bitte vergessen Sie auch nicht die Kosten für die Gebäude- und private Haftpflichtversicherung – die durch das katastrophenähnliche Unwetter an Ihrem Haus entstandenen Schäden sollten nicht Sie treffen. Und dem Frieden mit dem Nachbarn dient es, wenn die Versicherung den Schaden erstattet, den der Ast einer Waldliefer, die auf Ihrem Grundstück steht, deren Ast aber in sein Grundstück hinein ragt, plötzlich und vollkommen unerwartet auf den neuen Ferrari des Nachbarn stürzt.

… Schnee ist so lange schön, wie man ihn nicht “vor dem Aufstehen” entsorgen muss – auf dem öffentlichen Bürgersteig vor dem Haus. Die Räumvorschriften hierfür werden von den Landkreisen/Gemeinden erlassen und sollten befolgt werden, dies insbesondere in Ballungsgebieten – denn oft sind empfindliche Ordnungsgelder die Folge für mögliche Versäumnisse.

Den beschriebenen laufenden Kosten – es sind wohl die üblichsten und wesentlichsten – können Sie sicher noch einige hinzufügen. Mehr geht immer, von den zusätzlichen Kosten für die Abholung der Gartenabfälle bis hin zum fest eingestellten Gärtner. Aber: Schön, wenn Sie Ihren Traum vom eigenen Haus gerade realisiert haben … und nun – bei voller Kostenkontrolle – das Ihrige ganz entspannt genießen können.

Bild: Eisenhans – Fotolia.com

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